Ostergruß 2020

Liebe Leserinnen, lieber Leser!

 

„Der Herr ist auferstanden!“ – „Er ist wahrhaftig auferstanden!“

 

Mit diesem Osterbekenntnis grüße ich Sie sehr herzlich. Dabei handelt es sich um den traditionellen Ostergruß, den der Priester in der russisch-orthodoxen Kirche ausruft und die Gemeinde antwortet.

Bewusst beginne ich dieses Schreiben zu Ostern mit diesem Bekenntnis – zu einem Osterfest, an dem nichts so ist, wie wir es bislang in unseren Leben kennen. Schon seit vier Sonntagen darf in der Silixer Kirche kein Gottesdienst gefeiert werden; auch an Gründonnerstag und nicht an Karfreitag. Auch an diesem Osterfest wird es keinen Gottesdienst in der Kirche geben. Im Fernsehen oder im Internet werden Gottesdienste gefeiert, ohne dass Gottesdienstbesucherinnen und -besucher sie in den Kirchen mitfeiern. Am Küchentisch, im Sessel oder auf der Couch sitzend, werden sie von zuhause mitgefeiert.

Diese Pandemie hat alles, was wir bisher in unseren Leben erfahren haben und kennen, auf den Kopf gestellt. Vertrautes, Liebgewonnenes, Traditionen – all das zählt nicht (mehr).

Ich bin sicher, für unsere und vielleicht die nächste Generation tritt eine eigene Zeitrechnung in Kraft: die Zeit vor und die Zeit nach der Corona-Pandemie. Doch so bedeutend dieses Ereignis in unserem Leben sein wird, es ist nur eines von vielen anderen bedeutsamen Ereignissen in der Weltgeschichte. Es hat für die Generationen, die es erleben, eine große Bedeutung. In der langen Zeit der Welt- und Menschheitsgeschichte wird es nur eines von vielen Ereignissen sein.

Damit will ich nun keineswegs die Bedeutung dieser Pandemie für alle Lebensbereiche herunterspielen. Doch ich schreibe diese Zeilen in Blick auf Ostern. Dieses Ereignis ist in die Menschheitsgeschichte eingegangen. Der Tod, der bitterste und letzte Feind im Leben eines Menschen, hat mit der Auferweckung Jesu Christi seine alles vernichtende Macht verloren.

Jesus Christus und damit Gott selbst ist in den Tod am Kreuz gegangen. Er hat sich dem Tod ausgesetzt. Er ist für uns Menschen gestorben, um für uns neues, ewiges Leben zu erwerben. Gott ist in seinem Sohn Mensch geworden. Er hat alle Höhen und Tiefen menschlichen Lebens erfahren. Freude, Leid und Verzweiflung erlebt. Gott selbst hat den Tod auf sich genommen. Für viele Menschen ein nicht vorstellbares Handeln eines Gottes. Ein Gott hat stark und mächtig zu sein, nicht verletzlich und klein und schon gar nicht so menschlich, dass er in den Tod geht und stirbt. Das können sie nicht glauben. Und dann auch noch die Auferweckung, die Auferstehung Jesu Christi an Ostern. Dass Gott das getan hat, ist für manche ein zu großes Rätsel, als dass sie daran glauben können. Es muss geglaubt, es muss also für wahr gehalten werden. Aus diesem Für-wahr-gehalten-sein, aus diesem Glauben heraus, bekamen und bekommen Christinnen und Christen Kraft, Mut und Zuversicht.

Das Leben, Sterben und die Auferstehung Jesu Christi ist als das Ereignis in die Menschheitsgeschichte eingegangen. In der Zeitrechnung gibt es eine Zeit vor Christus und nach Christus. Und das seit nun mittlerweile 2020 Jahren. Kein anderes Ereignis hat eine so verändernde Folge wie das, was Gott für uns Menschen getan hat.

Im Predigttext für Karfreitag in diesem Jahr heißt es im 2. Brief des Paulus an die Christinnen und Christen in Korinth: „Denn Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung. So sind wir nun Botschafter an Christi statt, denn Gott ermahnt durch uns; so bitten wir nun an Christi statt: Lasst euch versöhnen mit Gott! Denn er hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm die Gerechtigkeit würden, die vor Gott gilt. (2. Korinther 5, 19 bis 21)

Gott versöhnte die Welt mit sich selbst. Weil Gott sich in seinem Sohn aufmachte, in die Menschheitsgeschichte eintauchte, Teil von ihr zu werden, steht die Zukunft nun unter einem anderen Vorzeichen. Sie hat das Vorzeichen der Versöhnung. Gott hat uns Menschen die Versöhnung mit ihm selbst geschenkt. Wir brauchen nichts weiter zu tun oder zu leisten als dieses Geschenk im Glauben an, in der Liebe zu und in der Hoffnung auf Gott anzunehmen. Und als mit Gott versöhnte Menschen das Leben zu leben. Und – hoffentlich auch – als in Gott versöhnte Menschen zu sterben.

Einschneidende Ereignisse in der Menschheitsgeschichte geschehen immer wieder neu und sie gehen auch wieder. In diesen Ereignissen ist Gott da und nach diesen Ereignissen ist Gott auch da. Das ist auch die Übersetzung seines Namens. Der Name Gottes wird in der Guten Nachricht mit „Ich-bin-da“ übersetzt. (2. Mose 3)

Gott, der „Ich-bin-da“, war im gestern, ist im heute und wird auch im Morgen sein. Das lässt mich getrost auch in dieser Zeit der Corona-Pandemie in die Zukunft sehen und gehen. Vielleicht können Sie daher wie ich aus vollem Herzen und mit großer Freude in das Osterbekenntnis einstimmen: „Der Herr ist auferstanden!“ – „Er ist wahrhaftig auferstanden!“

Wir als Kirchengemeinde wünschen Ihnen ein gesegnetes Osterfest! Bleiben Sie gesund und seien Sie behütet

Ihre Pastorin

Neues aus unserem BLOG:

Bereits in den vergangenen Jahren durften wir, dank der Unterstützung des Kreises Lippe, in der "Gelben Gruppe" der KiTa zusätzliche Kinder aufnehmen.

Das war und ist auch dringend notwendig. Auf die jetzt 18 Plätze für Kinder unter 3 Jahren... (weiterlesen im Blog)

 

     

Ev.-ref. Kirchengemeinde Silixen - unsere Gemeinde stellt sich vor

Herzlich willkommen bei uns!

Die Kirchengemeinde Silixen liegt im Nord-Osten des lippischen Berglandes. Sie ist Teil der Lippischen Landeskirche, einer der kleinsten Gliedkirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

Die Gemeinde besteht aus den drei Ortsteilen Silixen, Kükenbruch und Laßbruch.

 

Obwohl mit rund 1.400 Gemeindegliedern eine eher kleine Gemeinde mit nur noch einer halben Pfarrstelle, hat die Gemeinde doch eine lange, bewegte Tradition und zeichnet sich durch ein buntes, vielfältiges Gemeindeleben aus.

Neben den zahlreichen Gruppen und Kreisen ist die Gemeinde Träger eines Kindergartens (gemeinsam mit dem Kindergarten Almena seit 2011 als Familienzentrum anerkannt) und Mitträger des Diakonieverbandes Extertal. Noch nicht abgeschlossen ist das Projekt "Begegnungszentrum Altes Pfarrhaus Silixen".

 

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Ihr Kirchenvorstand der ev.-ref. Kirchengemeinde Silixen

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