Rundgang durch die Kirche

Vom Rintelner Weg aus fällt zunächst die Bruchsteinmauer auf, die das Kirchengelände nach Westen hin begrenzt. Durch ein zweiflügeliges Tor betritt man den Kirchhof und stößt gleich am Eingang linker Hand auf die Kirchenlinde.

Sie ist 1827 gepflanzt worden, nachdem die Vorgängerin am 16. Januar 1827 bei einem Sturm umgestürzt war. Der Küster bekam das Holz und hatte dafür die durch die alte Linde gerissene Lücke in der Kirchenmauer auszubessern und eine neue Linde zu pflanzen.

 

Schon stehen wir vor dem mächtigen Turm der Kirche und unser Blick wandert nach oben. Hinter dem Turm, in West-Ost-Richtung, erstreckt sich das Kirchenschiff, welches im Chorraum seinen Abschluss findet.

 

Schriftliche Angaben über das Alter des Silixer Kirchengebäudes liegen nur über das Kirchenschiff vor.

Es wurde 1802/03 neu erbaut und 1954 in den heutigen Zustand umgebaut. Im Rahmen der damaligen Baumaßnahmen wurde der Turm der Kirche nicht neu errichtet. Bisher gab es über sein Alter nur Vermutungen. Im August 1999 gelang es, diese Frage zu klären.

Unsere Kirche wurde 1999 statisch saniert, und dazu war es erforderlich, die gesamte Kirche mit einem Gerüst zu versehen. Dieses Gerüst ermöglichte es mir (Anm.: Willi K. Schirrmacher), das Bauwerk – auch an sonst unzugänglichen Stellen – aus kürzester Distanz zu untersuchen. Dabei machte ich eine besonders interessante Entdeckung: an vielen bearbeiteten Steinen des Turmes befinden sich Steinmetzzeichen. Es konnten über 30 Zeichen festgestellt werden. Dabei muss man berücksichtigen, dass pro Stein nur ein Zeichen durch den Steinmetz als Herstellungsnachweis eingehauen wurde. Sichtbar sind z. B. an den Turmecken aber nur zwei von sechs Seiten eines Steines. Etwa 2/3 der Zeichen sind also in diesem Bereich nicht sichtbar.

Leicht zugänglich und gut erkennbar sind zwei Zeichen an den behauenen Steinen des Türrahmens der Tür zur Turmtreppe.

Am Kirchturm findet man die Zeichen dreier Steinmetze.

Steinmetzzeichen können dazu beitragen, das Alter eines Bauwerkes zu bestimmen. Nach Abschluss der Ausbildung wurde in früheren Jahrhunderten jedem Steinmetz ein Steinmetzzeichen verliehen, das niemand sonst benutzen durfte.

Deshalb ist es möglich, den Anfertigungszeitpunkt von Steinmetzarbeiten auf einige Jahrzehnte genau (Zeit in der ein Steinmetz gearbeitet hat) zu datieren.

Leider gibt es keine Liste von Steinmetzen und ihren Steinmetzzeichen. Man muss daher den Weg über andere Bauwerke gehen, deren Herstellungszeitpunkt genau bekannt ist. Für den Silixer Kirchturm ergab sich folgende Lösung:

Durch Herrn Dr. Masuch, einen Experten für Steinmetzzeichen aus Hannover, wurde ich auf Steinmetzzeichen am Kloster Möllenbeck hingewiesen. Dort gelang es, die gleichen Steinmetzzeichen, die am Silixer Kirchturm angebracht sind, ebenfalls zu finden. Mindestens eins der Silixer Zeichen befindet sich auch an der Kirche in Deckbergen.

 

Die Datierung des Silixer Kirchturms ist mit den vorliegenden Informationen nun leicht möglich. An diesem Turm, am Kloster Möllenbeck und an der Kirche in Deckbergen haben dieselben Steinmetze gearbeitet. Die Bauarbeiten in Möllenbeck endeten im Jahre 1503 und die Kirche in Deckbergen wurde um 1500 erweitert. An der Möllenbecker Klosterkirche gibt es zudem Stilelemente, die denen in Silixen sehr ähnlich sind. Damit ist belegt, dass auch der Silixer Kirchturm um 1500 erbaut sein muss. Das Baujahr ist jedoch noch näher zu bestimmen. An der Nordseite unserer Kirche befindet sich ein Stein mit der Jahreszahl 1501. Dieser Stein muss zu Abschluss eines Kirchenneubaues in Silixen angefertigt worden sein. Auch die Datierung unseres alten Weihwasserbeckens durch Herrn Schanz unterstützt diese Daten. Es wurde zwischen 1473 und 1508 angefertigt, wahrscheinlich auch anlässlich eines Kirchenneubaues 1501.

Aufgrund dieser Zusammenhänge ist belegt, dass der Silixer Kirchturm mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit aus dem Jahr 1501 stammt. Alle späteren Berichte über Zerstörungen, Blitzschläge usw. an der Silixer Kirche müssen sich auf das Kirchenschiff oder die hölzernen Bestandteile bzw. den Dachstuhl des Turmes beziehen.

Der 1501 fertiggestellte Turm der Silixer Kirche blieb erhalten. Er gehört somit zu den ältesten Gebäuden im Extertal. W.K.S.

 

Das Silixer Kirchengebäude in seiner heutigen Form besteht aus drei Bauteilen, die in verschiedenen Epochen errichtet wurden. Neben dem Turm aus spätgotischer Zeit (1501) befindet sich das 1803 erbaute Kirchenschiff, daran schließt sich im Osten der Chorraum aus dem Jahr 1954 an.

Insbesondere das Kirchenschiff, aber auch der Turm, wurden beim Kirchenumbau 1954 stark verändert.

Von dem alten Kirchenschiff blieben nur die Außenmauern erhalten. Fenster, Türen, Inneneinrichtung und Decke wurden erneuert bzw. umgebaut und im Osten erhielt die Kirche einen Chorraum. Außerdem bekam die Kirche eine Heizung. Ein Gedenkstein an den Bau des Kirchenschiffes 1803, der sich über dem Südeingang befand, wurde in das Innere der Kirche unter die Empore versetzt. Seit 1999 ist dieser Stein im Turm aufgestellt.

Am Turm wurde 1954, im Vergleich zum Kirchenschiff, relativ wenig verändert. Unterhalb des Turmdaches entfernte man Verzierungen, und die Nordtür mit ihrem gotischen Türbogen erhielt die heute bestehende Form.

Bei einem Rundgang um die Kirche findet man nur noch wenige Relikte aus alter Zeit. Nördlich des Turmes, an der Westseite des Kirchenschiffs ist eine Grabplatte aus dem Jahre 1775 erhalten. Nur wenige Zeiten sind heute noch zu lesen. Es ist der Grabstein der Amalie Krüger, der Witwe des Silixer Pfarrers Johann Diederich Christian Krüger, der die Pfarrstelle von 1736 bis 1759 innehatte.

Weiter befindet sich an der Nordseite, am Kirchenschiff, ein Stein mit der Inschrift 1501.

Unter der Jahreszahl 1501 sind vier Namen eingemeißelt, es handelt sich wahrscheinlich um Kirchendechen oder Personen, die im Zusammenhang mit dem Kirchenbau von 1501 standen.

An der Nord- und Ostwand findet man weitere Steine mit Jahreszahlen der Kirchenumbauten 1802/03 und 1954 sowie mit Namen der daran beteiligten Kirchendechen bzw. Kirchenvorstandsmitglieder.

 

 

Auf dem Kirchplatz befindet sich das Grabkreuz des Superintendenten Adam Zeiß, von 1817 bis 1870 Pfarrer in Silixen. Weitere Grabmale erinnern an die Silixer Pastoren Friedrich Priester (Pfarrer 1891 - 1907)und Heinrich Thelemann (Pfarrer 1910 – 1928). Alle drei Grabmale wurden von den ursprünglichen Grabstätten hierher versetzt.

Im Kirchturm sind einige Dinge zusammengetragen, die aus alten Zeiten erhalten geblieben sind. Der älteste Gegenstand ist eine Steinsäule, vielleicht ein Weihwasserstein, die sehr wahrscheinlich im Zusammenhang mit dem Kirchenbau 1501 angefertigt worden sind. Auf ihr befinden sich vier Wappen: Lippische Rose, Sternberger Stern, Schaumburger Nesselblatt und das Wappen des Mindener Bischofs Heinrich III., der von 1473 bis 1508 Bischof war. Diese Steinsäule ist der älteste kirchliche Gegenstand im Extertal.

Daneben steht der bereits erwähnte Gedenkstein vom Neubau des Kirchenschiffes 1802/03.

Um die Kosten für die Anfertigung dieses Steines gab es nach dem Kirchenbau von 1802/03 Streit zwischen dem damaligen Pastor Speck und der Kirchengemeinde Silixen. Speck starb 1816 und hat es nicht mehr erlebt, dass der Stein an der Kirche angebracht wurde. Denn erst 1829 hat der Gedenkstein seinen vorgesehenen Platz über dem Südeingang gefunden, bis dahin stand er unbeachtet im Turm.

Weiterhin sieht man im Turm ein Foto des Steines von 1501 in Originalgröße und einen eisenbeschlagenen sehr alten Opferstock.

.

<< Neues Textfeld >>

 

Die kursiv gesetzten Passagen stammen aus der Festschrift zum 500-jährigen Turmjubiläum im Jahr 2001. Sie wurden zusammengetragen und verfasst von Willi K. Schirrmacher, dem heutigen Vorsitzenden des Heimatvereins Silixen und Hobbyhistoriker, sowie und Pastor Wolfgang Schanz, Autor des Silixer Ahnenbuches und der Almenaer Chronik.

Hier finden Sie uns

ev.-ref. Kirchengemeinde Silixen
Dietrich-Bonhoeffer-Str. 2
32699 Extertal

 

 

Kontakt

Rufen Sie einfach an unter

+49 5751 957344

 

schicken Sie uns eine E-Mail:

kgsilixen@t-online.de

 

oder nutzen Sie unser Kontaktformular.

 

Volksbank in Schaumburg

IBAN DE40 2559 1413 2420 9236 00

BIC GENODEF1BCK

 

Ihre Spenden werden selbstverständlich in voller Höhe dem von Ihnen genannten Zweck zugeführt und Sie erhalten eine Spendenquittung. 

Druckversion Druckversion | Sitemap
© ev.-ref. Kirchengemeinde Silixen